Eigentlich ist diese Fon Sache was nettes. Man teilt sein eigenes Netz mit anderen Fon Usern und kann fortan auch die Netze der anderen Fon Usern benutzen, theoretisch weltweit. Firmensitz von Fon ist in Spanien, was mir zunehmend Bauchschmerzen bereitet. Was passiert, wenn jmd ueber mein Netz dumme Sachen macht? Klar, nur Registierte koennen den Fon Service nutzen, aber der Kripo ist das egal. Die klopft an meine Tuer…
UPDATE: Seit ein paar Tagen kann man sich nun an jedem FON Hotspot einen vollkommen anonymen 15 Minuten Schnupperaccount erstellen – Schoene Scheisse!
Also sah ich mir den Router mal etwas genauer an. Dieser hat einen tollen Formfaktor, kaum groesser als eine Zigarrettenschachtel (BigBox). Drin steckt wohl ein mit Linksys’ WRT54-GL baugleiches Innenleben. Die Leistung ist auch nicht schlecht, die Moeglichkeiten, ins Netz zu gelangen gehen von DHCP, statischer IP bis hin zu PPPoE. Netterweise ist das OS ein Linux, basierend auf OpenWRT. Hinzu kommt nur noch eine Software, um Internet fuer Fremduser erst nach Autorisation freigibt (chilispot).
Da dem so ist, gibts im Netz natuerlich eine Million Anleitungen, das Teil zu knacken um z.B. eigene Dienste darauf zu installieren. Mit der Zahl hab ich vermutlich nichtmal uebertrieben, weil jeder nur fuer eine bestimmte Firmware version instruiert. Fon bemueht sich natuerlich auf der anderen Seite, die Router dicht zu bekommen durch Updates. Diese werden uebrigens Automatisiert im Hintergrund eingespielt, ohne dass der Eigner viel davon mitbekommt. Bei jedem einschalten und spaetestens alle 24h telefoniert die Box naemlich nach Hause und fragt nach Updates oder Konfigurationsaenderungen. Man kann die Grundkonfiguration naemlich auch einfach auf der Zentralen Fon Seite vornehmen statt mit dem eigenen Router Webinterface.
Ok, lange Rede, aber warum schreib ich das hier ueberhaupt? Ich hab mich natuerlich ans hacken der Box gemacht… Das kam dabei raus:
Wie ich oben schon erwaehnte, es gibt tonnen von Anleitungen, nur wenige funktionieren, weil sie fuer eine spezielle Firmware Version gemacht sind.
Einer der ersten Hacks basierte auf code injection ueber das Webinterface des Routers. Diese Luecke wurde schnell geschlossen.
Auf Stefans Datenbruch Seite werden noch ein paar andere Moeglichkeiten besprochen, aber die Letzte ist wirklich Interessant. Fuer diese habe ich mich entschieden.
Was auch gut zu wissen ist: Niemals den Router selbt per Webinterface updaten! Die ausgelieferten Foneras haben bis heute meisstens Firmware versionen um 0.7.1-1 oder 0.7.1-2. Mit einer Reset Methode (Reset Taster 20 Sekunden halten und ohne Internet booten lassen.) kann man immer zu dieser Ausgelieferten Version zurueck. Auch wenn schon automatische Updates liefen, die z.b. unten besprochene Hacks verhindern. Man muss aber unbedingt drauf achten, dass die Fonera auf keinen Fall Zugang zum Internet bekommt, sonst sind die Updates wieder drauf
Jetzt kommen wir also zum Kolofonium Hack der Datenbruch Seite. Die Vorgehensweise hat mir hier sehr gut gefallen. Jede Fonera greift beim Systemstart auf einen Radius Server zu um sich die besagten Konfigurationsaenderungen und/oder neue User(Freunde, die umsonst surfen koennen) abzuholen. Das geschieht in Form eines Bashscripts. Tadaa
Was Stefan nun macht, ist sich einen eigenen Radius zusammenzuhacken, der die Zeile “ipup /etc/init.d/dropbear” in diese Konfiguration einfuegt, das startet einen kleinen SSH Server. Man muss natuerlich irgendwie den DNS von radius01.fon.com und radius02.fon.com aendern. Nichts einfacheres als das, man traegt einfach (auch stefans) DNS Server ein. Nach einem Neustart hat man dann einen SSH Server am laufen, der allerdings nur auf dem Internen WLAN lauscht, fuer die andern Netze ist die Firewall (noch) zu.
Hier also eine Kurzanleitung die mindestens bis FW 0.7.1-3 funktioniert:
- La Fonera starten und warten, bis der Router komplett durchgebootet hat, so um 5 minuten.
- La Fonera per Webinterface Internetfaehig machen und folgenden DNS manuell eintragen: 88.198.165.155
- Reboot und wieder warten, bis die Box komplett durchgebootet hat.
- Jetzt muesste der SSH Server via Private Wlan erreichbar sein (Firewall verhindert noch Zugriff aus anderen Netzen)
- z.b. via ssh root@192.168.10.1 auf den Router connecten. Passwort ist das gesetzte Web Passwort, oder default “admin”
An dieser Stelle sollte man einige Vorkehrungen treffen, dass erstens der SSHD dauerhaft anbleibt und FON der Remotekonfigurationszugang genommen wird.
Das stellt man wie folgt an:
mv /etc/init.d/dropbear /etc/init.d/S50dropbear
vi /etc/firewall.user # und in den diese Zeilen entkommentieren:
iptables -t nat -A prerouting_rule -i $WAN -p tcp—dport 22 -j ACCEPT
iptables -A input_rule -i $WAN -p tcp—dport 22 -j ACCEPT
- vi /bin/thinclient # Die letzten Zeilen z.B. so umschreiben (dann sieht man auch, was Fon so treibt auf den Kisten)
#. /tmp/.thinclient.sh
cp /tmp/.thinclient.sh /tmp/thinclient-$(date '+%Y%m%d-%H%M')
Jetzt noch das offene FON_* Netz abklemmen:
vi /sbin/ifup # ganz unten den case “hotspot” auskommentieren:
hotspot)
# ifdown hotspot
# setup_hotspot_wifi
;;
Bei der Gelegenheit kann man auch gleich den ganzen Hotspot Kram abschalten…
Nun hat man einen handlichen Reiserouter und/oder Wlanextender. Dank offenem System sind die Moeglichkeiten nahezu unbegrenzt